Privatsphäre und Datenschutz adé – Entledigt sich der mobile Bürger selbst eines wichtigen Grundrechts?

04.11.2013

Kreis-CDU besucht Zukunftsforum T-Gallery und diskutiert über Datenschutz und Netzsicherheit

Die Arbeitskreise Wirtschaft und Energie und Europa der CDU Rhein-Sieg haben kürzlich erneut das Zukunftsforum T-Gallery in Bonn besucht. Im Anschluss wurde mit einem Bereichsvorstand der Deutschen Telekom und dem CDU-Europaabgeordneten Axel Voss die gerade wieder hochaktuellen Themen Datenschutz und Netzsicherheit in Deutschland und Europa diskutiert. Einig waren sich die Teilnehmer, dass bei allen Neuerungen im Bereich der stationären und mobilen Onlineangebote die Datensicherheit mehr denn je Priorität genießen und die komplexe Flut an Daten reduziert werden müsse.

„Wenn man sieht, wie heutzutage z.B. das eigene Mobiltelefon Heizung, Kühlschrank, Licht und Co. steuern kann, wird einem bei aller Freude über den technischen Fortschritt bewusst: Verliert man etwa ein solches Mobiltelefon, kann ein Externer tief in die eigene Privatsphäre bis in die eigenen vier Wände eingreifen.“ sagten die CDU-Arbeitskreisleiter Heidi Rahmel, Hans-Georg Knüttgen, Frederic Tewes und Sebastian Wolff. „Nutzt man sein Handy dann auch noch zur Zahlung von Einkäufen per Kreditkarte, sind viele sensible Daten im ‚mobilen Umlauf‘, die adäquat geschützt werden wollen. Dies scheint uns aktuell noch nicht in allen Bereichen auch nur annähernd ausreichend gewährleistet. Man kann nur an Politik und Nutzer selbst appellieren, noch mehr für Datenschutz und Datensicherung zu tun und nicht blind und arglos jedem Online-Angebot zu folgen. Dann kann es schneller als man denkt Privatsphäre adé heißen!“

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es daher dann auch um das Spannungsfeld zwischen technologischer Freiheit und „digitaler Gefangenschaft“ durch permanente Beobachtung und möglichen externen Datenzugriff. Die je nach Alter und Kulturkreis unterschiedliche Freizügigkeit bei der Bereitstellung von Daten kann sogar zu erheblichen globalen Wettbewerbsunterschieden führen. Letztendlich stimmte man hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung des Datenschutzes im Internet der Aussage zu, dass der Datenschutz für den Erhalt der Privatsphäre so wichtig werden müsse, wie der Umweltschutz für den Lebenserhalt. Andiskutiert wurden dabei auch potentielle Änderungen in der seit 1995 geltenden europäischen Datenschutzrichtlinie für das Internet, die aktuell zur Novellierung ansteht.