Unruhige Zeiten bedingen eine Führung durch solidarische Kompromisssuche

30.06.2016

Unruhige außenpolitische Zeiten bedingen eine Führung durch solidarische Kompromisssuche

Kreis-CDU informierte und diskutierte mit Dr. Norbert Röttgen zur Außenpolitik

Unruhige Zeiten in der Außenpolitik, immer mehr Krisen kommen und nur wenige scheinen sich endgültig aufzulösen. Um ein besseres Verständnis für die Komplexität deutscher und internationaler Außenpolitik zu gewinnen, diskutierte die Kreis-CDU am gestrigen Abend mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags Dr. Norbert Röttgen MdB. Gut 100 engagiert und fachkundig mitdiskutierende Bürgerinnen und Bürgern waren der Einladung unter dem Thema „Internationale Krisen und die deutsche Außenpolitik - gibt es eine neue deutsche Verantwortung?“ gefolgt und sorgten für ein voll besetztes katholisches Pfarrzentrum in Hennef.

Pointiert stellte Norbert Röttgen in seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion die Verflechtungen der Innen- und der Außenpolitik und Deutschlands Rolle in einer globalisierten Welt dar. „Wir erleben derzeit eine Vielzahl von Konflikten und Krisenherden unmittelbar vor unserer Haustür, vor denen wir nicht länger die Augen verschließen können, da sie uns unmittelbar betreffen - in Gestalt der Flüchtlinge, die in Europa Zuflucht suchen, ebenso wie in Gestalt des IS, dessen Ziel es ist, Europa mit seinen Werten zu bekämpfen. Die Europäische Union ist gefordert wie nie zuvor - und befindet sich dabei in der schlechtesten Verfassung seit ihrer Gründung. Nie war die Kluft zwischen den EU-Mitgliedsstaaten größer, nationale Interessen rücken wieder deutlich häufiger in den Vordergrund und lassen die gerade in dieser Situation dringend notwendige Solidarität und Einigkeit in Europa vermissen,“ so Röttgens ernüchternde und deutliche Bestandsaufnahme, die weit über die üblichen Erklärungsmuster in der medialen Problemdarstellung hinaus ging.

„In dieser Situation ist Deutschland in besonderer Weise gefordert. Wir müssen jetzt unseren Beitrag dazu leisten, das europäische Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Dies wird ohne die Bereitschaft aller Mitgliedstaaten, Kompromisse einzugehen und auf nationalen Egoismus zu verzichten, nicht gelingen. Auch wir Deutsche müssen dazu in stärkerem Maße als bisher bereit sein,“ sagte Norbert Röttgen weiter. Da viele der derzeitigen Krisen – ob Terrorismus, Ukraine-Konflikt, Flüchtlingskrise oder innereuropäische Schwierigkeiten – eng verwoben sind, werden sie Bürger und Politik noch viele Jahre beschäftigen. Es brauche dabei als Lösungsansatz eine präventive proaktive Politik, die an den Krisenherden der Welt ansetze und keine Politik, die bloß reaktiv reagiere, wenn es eigentlich bereits zu spät sei.

Ähnlich äußerte sich die CDU-Kreisvorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker MdB in ihrem einleitenden Statement: „Immer mehr Bürgerinnen und Bürger haben Sorge aufgrund der mannigfaltigen weltenweiten Eskalation. Diese Sorgen gilt es ebenso wie die damit einhergehende Verantwortung der Bundesrepublik sehr ernst zu nehmen und gemeinsame Lösungen unter Einbezug der Menschenrechte zu finden.“