Interkommunale Zusammenarbeit gefordert

11.03.2015

Interkommunale Zusammenarbeit bei der Ausweisung gemeinsamer Gewerbegebiete gefordert

Das Bonner Stadtgebiet bietet kaum mehr Möglichkeiten zur Entwicklung von Gewerbeflächen. Dies bestätigt die jüngst durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn vorgelegte Fortschreibung des Berichts zur Gewerbeflächenentwicklung. Von diesem Mangel betroffen sind Gewerbetreibende mit dem Wunsch zu expandieren, aber auch Gründer, die vergeblich nach den erforderlichen Flächen suchen. Nennenswerte Neuansiedlungen von überregional bereits tätigen Unternehmen mit einem zumindest mittelfristig größeren Flächenbedarf erscheinen fast gar nicht mehr realistisch zu sein. Ein nicht haltbarer Zustand in einer prosperierenden Region.

„Insofern ist es folgerichtig, dass der Rhein-Sieg-Kreis ein Gewerbeflächengutachten erstellen lässt, um den regionalen Mangel in eine gemeinsame Betrachtung überzuleiten. Dabei müssen im Rahmen eines gemeinsamen Gewerbeflächenmanagements pragmatische Lösungswege gefunden werden, von denen alle beteiligten Kommunen profitieren können“, so die CDU Kreisvorsitzenden aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn, Elisabeth Winkelmeier-Becker MdB und Christos Katzidis. Um die dazu notwendigen Anreize für alle Beteiligten zu schaffen, ist die Einrichtung gemeinsamer Gewerbegebiete voranzutreiben. Dazu sind koordinierte Gewerbesteuersätze ebenso wichtig wie die angemessene Zerlegung des durch solche Flächen generierten Gewerbesteueraufkommens. Dies ist auf der Basis bereits bestehender gesetzlicher Regelungen möglich. Das Gewerbesteuersplitting wird bereits beim Betrieb von Photovoltaik- und Windkraftanlagen seit langem angewendet. Die Entwicklung gemeinsamer Gewerbegebiete könnte ein Erfolgsmodell für die Region werden, von dem alle Beteiligten nur profitieren können.

Dazu der Bonner OB-Kandidat Ashok-Alexander Sridharan: „Wir müssen zukünftig offener sein gegenüber den umliegenden Kommunen, die in zahlreichen Fällen von unseren Entscheidungen ebenfalls betroffenen sind und umgekehrt. Nur wenn es uns gelingt, die Kräfte aller in unserer Region vorhandenen Kommunen zu bündeln, wird unser Lebens- und Wirtschaftsraum mit ca. 1 Mio. Menschen seine ganze Kraft zum Vorteil aller entwickeln können.“ Dem stimmt der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Sebastian Schuster, ausdrücklich zu: „Weder Bonn, noch die Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises werden ohne ein koordinierteres Vorgehen und eine engere Zusammenarbeit zukünftig in der Lage sein, den sich stellenden Herausforderungen im Rahmen eines zunehmend intensiveren europäischen Wettbewerbs der Regionen gerecht zu werden.“