Gesetzliche Pflicht zur Entscheidung für oder gegen eine Organspende

11.03.2012

Kreis-CDU begrüßt überparteiliche Einigung zur Änderung des Transplantationsgesetzes

Der CDU-Kreisvorstand Rhein-Sieg hat sich im vergangenen Jahr zum Ziel gesetzt, das öffentliche Bewusstsein auf dem wichtigen Feld der Organspende zu schärfen. Hierzu sprach sich der Kreisvorstand bereits im April 2011 für die Einführung einer Informations- und Entscheidungslösung im neuen Transplantationsgesetz aus, bei der sich jeder Bürger nach ausführlicher Information mit dem Thema Organspende auseinandersetzen muss. Vor diesem Hintergrund begrüßt die CDU Rhein-Sieg die nun im Deutschen Bundestag gefundene überparteiliche Einigung zur Reform des Transplantationsgesetzes und die Einführung einer solchen Entscheidungslösung.

„Mit der nun befürworteten Lösung wird auf der einen Seite der Grundsatz der Freiwilligkeit für eine Organspende nicht angetastet, auf der anderen Seite wird aber ebenso gewährleistet, dass sich jede Bürgerin und jeder Bürger mindestens einmal im Leben mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen muss. Wir begrüßen sehr, dass so alle Bürgerinnen und Bürger überhaupt erst einmal in die Lage versetzt werden, sich für oder gegen eine Organspende entscheiden zu können. Wir haben hier seit jeher ein akutes Informationsdefizit gesehen, das nun beseitigt werden kann. Unserer Meinung nach ist das Beschäftigen mit dem Thema Organspende jedem Bürger zuzumuten, da man zu Leistungen, die man von anderen erhofft, auch selbst bereit sein sollte.“ erklärt die CDU-Vorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker MdB.

In Deutschland warten rund 12.000 schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan. Täglich sterben drei von ihnen, da kein geeignetes Spenderorgan für sie bereitgestellt werden kann. Diese Zahlen stehen in deutlichem Widerspruch zu der in Umfragen dokumentierten sehr hohen Bereitschaft der Deutschen, die laut Erhebungen rund 75 % beträgt, ihre Organe nach dem Tod anderen Personen zur Verfügung zu stellen. Die Krankenkassen und –versicherungen sollen nach Inkrafttreten des reformierten Transplantationsgesetzes alle Bürger anschreiben, zum Thema Organspende informieren, einen Organspendeausweis zur Verfügung stellen und auffordern, sich zu entscheiden und diese Entscheidung zu dokumentieren. Darüber hinaus erhalten die Länder die Pflicht, bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisdokumenten Organspendeausweise zusammen mit geeignetem Aufklärungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

In einem Organspendeausweis kann sowohl angekreuzt werden, dass man in eine Organspende einwilligt, als auch, dass man eine solche ablehnt. Weitere Informationen erhält man unter www.fuers-leben.de und unter www.dso.de. Über diese Seiten kann auch ein solcher Ausweis heruntergeladen werden.