Erfolgreiche Energiewende vor Ort erfordert neben staatlicher Förderung

18.11.2012

Fachgespräch der CDU Rhein-Sieg zur Energiepolitik mit Umweltstaatssekretär Jürgen Becker
 
Vor etwas mehr als einem Jahr hat die CDU Rhein-Sieg ihren Beschluss zur „EnergieRegion Bonn/Rhein-Sieg“ gefasst. Seitdem sind im Kreisgebiet bereits viele Entscheidungen zum zukünftigen „Energiemanagement“ auf kommunaler Ebene getroffen worden. Da eine zukunftsgerichtete Energiepolitik ohne Einbindung in den bundespolitischen Rahmen undenkbar ist, hatte der Arbeitskreis Wirtschaft und Energie der CDU-Kreispartei nun zu einem gut besuchten Fachgespräch mit Jürgen Becker, Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, geladen.
 
Jürgen Becker skizzierte, dass bereits 2/3 der durch die Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Durchführung der Energiewende umgesetzt worden seien. „Das Netz wird nach den jetzt in der Vorbereitung befindlichen Plänen insbesondere für die ‚Langstrecke’ ausgebaut. Wir setzen hierbei auf modernste Netztechnologien. Mit diesem Schritt wird die erste europäische Lösung zur Verteilung von in der Nordsee gewonnenem Offshore-Windstrom bis hinein in die Kommunen auf dem Festland vollendet“, sagte Jürgen Becker. Bisher finde die Energieversorgung weitestgehend auf kurzen Distanzen rund um die großen Kraftwerkstandorte und damit zentralisiert statt.
 
Ziel sei es, auch die Bevölkerung stärker am mittelfristigen Erfolg der erneuerbaren Energien zu beteiligen und dabei gleichzeitig den Stromspargedanken zu fördern. Angedacht sei ein Ausbau der Bürgerbeteiligung an lokalen Projekten, die sich etwa in  Bürgerenergiegesellschaften realisieren lassen könnte oder im Bereich des Netzausbaus durch eine „Bürgerdividende“. Diese Ziele gehen dabei einher mit Marktanreizen staatlicher Förderung neuer Technologien, wie z.B. modernen Stromspeichersystemen. „Eine interessante Lösung gerade auch für kleinere Städte und Gemeinden“, nannte Becker neben Windkraftanlagen auch Biomasse-Kraftwerke, soweit die durch diese produzierte Abwärme zusätzlich für die Versorgung kommunaler Einrichtungen genutzt werden könne.
 
Die Arbeitskreisleitung um Heidi Rahmel, Hans G. Knüttgen und Frederic Tewes erklärte: „Eine erfolgreiche, moderne Energiepolitik kann nur im Geiste ‚sozialer Marktwirtschaft’ erfolgen. Neben der staatlichen Rahmensetzung wo nötig, erfordert dies ebenso private Eigenverantwortung wo möglich. Hier sind die Bürger ebenfalls in die Pflicht zu nehmen. Wir befassen uns daher im Arbeitskreis auch mit den Themenfeldern Energieeffizienz und optimiertem Eigenverbrauch. Hier besteht Bedarf zu mehr technischer Entwicklung für effizientere Geräte und ein hoher Koordinationsbedarf zwischen lokalen und überregionalen Netzen. Da hierbei der Einsatz der sog. „SmartGrid“-Technologie interessante Entwicklungschancen bietet, wollen wir hierzu in Kürze ein weiteres Energiegespräch anbieten. Der Informationsbedarf in Bevölkerung und Mitgliedschaft ist  beim Thema Energie ungebrochen groß.“

Schlagworte: Arbeitskreis Wirtschaft, Energiepolitik, Staatssekretär Jürgen Becker