Die Welt hat sich seit der letzten Bundestagswahl verändert

15.09.2017

„Norbert Röttgen im Gespräch“ mit Horst Teltschik

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird ein Bundestagswahlkampf von außenpolitischen Fragen geprägt. Dies wurde auch bei der jüngsten Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Norbert Röttgen im Gespräch mit …“ deutlich, zu der Jörg Schmidt, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Wachtberg, den langjährigen außenpolitischen Berater von Helmut Kohl und ehemaligen Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Professor Dr. Horst Teltschik begrüßen konnte.
Zu Beginn seines engagierten Vortrags zitierte Teltschik Helmut Kohl aus einer Rede am 4. Oktober 1990 im Reichstag: Deutschland habe zum ersten Mal in seiner Geschichte keine Feinde – und sei damit verpflichtet, mehr internationale Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dieser Satz sei heute so aktuell wie damals, so Teltschik. Angesichts einer Welt, die zunehmend in Unordnung und in Unruhe zu geraten scheine, reichten punktuelle Entscheidungen nicht mehr aus. In den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellte er die Entwicklung Europas. „Was ist unser Ziel? Sind wir bereit zu einem „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ mit Frankreich und Deutschland als Motor – natürlich ohne dabei andere Länder auszuschließen?“ Oder sogar zu einem Europa, das unter einem gemeinsamen Dach neben unterschiedlichen Geschwindigkeiten auch unterschiedliche Ziele ermögliche, wie Norbert Röttgen ergänzte?
Jedenfalls brauche Europa eine neue Legitimation durch konkrete Ergebnisse und sichtbare Fortschritte, um für die Mitglieder attraktiv zu bleiben, waren sich die beiden einig. Daran müsse man in der neuen Wahlperiode – in engem Schulterschluss mit Frankreich – arbeiten.