Deutschland 1989: Verantwortung hieß Handeln!

10.12.2011

Junge Union und evangelischer Arbeitskreis Rhein-Sieg erinnern an Sturm auf die Stasi-Zentrale

Auch 22 Jahre nach dem Fall der Mauer muss immer wieder neu daran erinnert werden, dass Freiheit und Demokratie in einem wiedervereinigten Deutschland friedlich erkämpft werden mussten. Der Zeitzeuge David Gill, damaliger Vorsitzender des Bürgerkomitees zur Auflösung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit und heute stellvertretender Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der EU, ermöglichte bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreis (EAK) der CDU Rhein-Sieg und der Jungen Union (JU) Rhein-Sieg einen lebhaften Rückblick und ein authentisches Bild der Ereignisse der Wendejahre.

Frederic Tewes von der JU Rhein-Sieg und Dr. Jens Kreuter vom EAK Rhein-Sieg sagten: „Die Junge Union und der EAK haben sich auf die Fahnen geschrieben, der jungen Generation und allen anderen Interessierten geschichtliche Informationen zur Wende und der DDR in Zeitzeugengesprächen zugänglich zu machen. Die friedliche Revolution 1989 hätte ohne das Engagement furchtloser Bürgerinnen und Bürger vor allem aus den Kirchen in der DDR nicht gelingen können. Die hier und da aufkommende wohlig-warme Ostalgie darf das Unrecht der Stasi- und SED-Diktatur niemals überlagern.“

David Gill referierte vor einem gespannten Publikum über den Sturm auf die Stasi-Zentrale 1990 und die herausgehobene Rolle der evangelischen Kirche in der DDR. Die evangelische Kirche bildete in der DDR das „Dach für oppositionelle Gruppen“ und den Schutzraum für Nicht-Gläubige, insbesondere in Umwelt- und Friedensgruppen. Nach Friedensgebeten und Friedensdekaden verließ der Protest im Herbst 1989 die Kirchen und wurde zu einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung in der gesamten DDR und auf den Straßen der großen Städte.

Schließlich formte sich im Winter 1989/90 ein Bürgerkomitee mit den Zielen, das Ministerium für Staatssicherheit aufzulösen, die Stasi-Unterlagen sicherzustellen und diese für die Nachkommen zugänglich zu machen. Als Vorsitzender des Bürgerkomitees in der Stasizentrale und als einer von wenigen Gründungsmitarbeitern der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit (sog. „Gauck-Behörde“) arbeitete Gill in erster Reihe mit daran, dass ab 1992 die Öffnung der Unterlagen für die Betroffenen möglich wurde.

Die Ausführungen des Referenten über die Wirren der Wendezeit sorgten für eine rege Diskussion und zahlreiche Fragen unter den Teilnehmern. Der Gesprächsabend reiht sich in die Veranstaltungsreihe der JU Rhein-Sieg anlässlich des Gedenkens „50 Jahre nach dem Mauerbau“ ein, die zuletzt eine Wochenendfahrt an die ehemalige innerdeutsche Grenze beinhaltete.

Schlagworte: Junge Union, David Gill, Evangelischer Arbeitskreis, Zeitzeugengespräch, Stasi und DDR