Das Handwerk – echte Perspektive für junge Menschen?

15.02.2012

Kreishandwerkerschaft und MIT diskutierten
 
Schon heute ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar. Auch im Handwerk des Rhein-Sieg Kreises fehlt es bereits an qualifiziertem Nachwuchs. Die demografische Entwicklung wird dieses Problem weiter verschärfen.
  Die Schwierigkeiten, aber auch die Chancen, die sich aus dieser Situation ergeben, waren Gegenstand einer gemeinsamen Podiumsdiskussion der Kreishandwerkerschaft und der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Rhein-Sieg. Ein Thema, das auf großes Interesse stieß: rund 100 Gäste verfolgten das Gespräch in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
Unter der Moderation von Andreas Stolze diskutierten Lena Strothmann, MdB, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Thomas Radermacher, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, Thomas Wagner, Dezernent für Schulwesen im Rhein-Sieg-Kreis und Martin Böhm, Obermeister Innung für Elektrotechnik Bonn/Rhein-Sieg.
Sie stellten fest: mit dem Rückgang der Schulabgänger ist innerhalb der Wirtschaft zunehmend ein Wettbewerb um gut qualifizierte Jugendliche entstanden. Hochschulen, Berufkollegs und mittelständische Unternehmen stehen in unmittelbarer Konkurrenz um den Nachwuchs. Doch ist es nicht unbedingt sinnvoll, immer höhere Qualifizierungen zu verlangen. Gerade das Handwerk mit seinen speziellen Strukturen ist dazu geeignet, auch Lernschwächere auszubilden und zu integrieren. Die Diskussionsteilnehmer waren sich jedoch einig, dass das Handwerk nicht zum alleinigen Experten für die Ausbildung Schwächerer werden darf. Denn das Handwerk braucht auch höher qualifizierte, um langfristig im Rahmen differenzierter Ausbildungsgänge auch Leistungsschwächere zu integrieren. Ziel muss es daher sein- so das Fazit der angeregten Diskussion – innerhalb der einzelnen Interessengruppen gemeinsame Lösungsansätze zu finden und übergreifende Kooperationen einzurichten, was in diversen kleineren Projekten schon begonnen hat.

Schlagworte: MIT, Kreishandwerkerschaft