CDU in der Region kritisiert Pläne der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Aufgabe

06.10.2011

CDU-Kreisvorsitzende Winkelmeier-Becker MdB und Lerch appellieren eindringlich an die Stiftung

Mit großer Sorge nehmen CDU Rhein-Sieg und CDU Bonn die Umzugsüberlegungen der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zur Kenntnis. Die Stiftung prüft, ob sie ihre Präsenz in der Region massiv reduzieren will. Hiervon betroffen wären sowohl die Stiftungsverwaltung in Sankt Augustin, als auch die Geburtsstätte der späteren Konrad-Adenauer-Stiftung, das Bildungszentrum Schloss Eichholz in Wesseling. Beide Liegenschaften sollen gegebenenfalls verkauft und die dort Beschäftigten in großer Zahl nach Berlin geholt werden.

Im persönlichen Gespräch mit Verantwortlichen der Stiftung brachte die Kreisvorsitzende der CDU Rhein-Sieg und Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker, ihre Bedenken zum Ausdruck und kritisierte die Umzugspläne. Gemeinsam mit dem Bonner CDU-Vorsitzenden Philipp Lerch erklärt Winkelmeier-Becker: „Wir sind erstaunt, dass die KAS bereit zu sein scheint, mit ihren Standorten im Rheinland gleichsam die Wurzeln der Adenauerstiftung aufzugeben. Auch wenn eine politische Stiftung nicht an das Bonn/Berlin-Gesetz gebunden ist, müssen sich ihre politischen Entscheidungen doch an den Maßstäben messen lassen, die die Politik etwa von den Bundesministerien einfordert. Wir sehen keinen einleuchtenden Grund für weiteren Zentralismus auf Kosten unserer Region in Berlin, so dass wir an die KAS appellieren, ihre Pläne gründlich zu überdenken. Hierzu wollen wir in den kommenden Wochen die Gespräche mit der Stiftung fortführen.“

Für die CDU in der Region sind zudem die wirtschaftlichen Erwägung der KAS unverständlich. Warum ein weiterer Neubau in Berlin und eine Verlagerung der Beschäftigten unter dem Strich günstiger sein soll, als der Status quo und warum die Rechnung bei der KAS anders ausfallen dürfte, als bei den Bundesministerien, bleibt unklar. Schon heute unterhalte die KAS in der Hauptstadt eine große Repräsentanz und sei bisher mit der Aufteilung zwischen Berlin und ihrem Stammsitz seit Gründung der Bundesrepublik im Rheinland gut gefahren. Es werde in der heutigen Zeit von den Bürgern Verlässlichkeit erwartet und dies gelte auch für eine politische Stiftung. „Wir haben Verständnis für strukturelle und perspektivische Anpassungen. Hierbei darf aber nicht der Eindruck entstehen, dass selbst eine politische Stiftung überwiegend wirtschaftlich denkt", so die CDU-Kreisvorsitzenden in ihrer Stellungnahme weiter.